Die Kuh der englischen Königin

Die Kuh der englischen Koenigin

Wahre Geschichten und erfundene Tatsachen.

Saarbrücken, Geistkirch-Verlag 2013, ISBN 978-3-938889-41-1, Preis: 14,80 €

Phantasie und Sprachlust prägen nicht nur die Titelgeschichte "Die  Kuh der englischen Königin", sondern gelten fiir das Gesamtkonzept dieses Büchleins. Diegenaue  Beobachtung der Wirklichkeit und die Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist und seinen trendyhaften Zuckungen ist eine weiteres Anliegen des Autors .

Geographisch reichen die Geschichten ostwärts bis Sibirien und westwärts bis Bolivien, aber auch Südafrika und das Sargassomeer geraten ins Blickfeld. Um den bodenständigen Leser nicht zu sehr zu desorientieren, sei versichert, dass "unsere kleine Stadt" durchaus eine gewisse Nabelhaftigkeit behauptet.

Themen und Inhalte der Geschichten sind im Übrigen dergestalt, dass so ziemlich jeder Leser darauf hoffen darf, etwas zu finden, was seinen Gefühlen, Wünschen und Erwartungen entgegenkommt. Die Geschichten sind offen fiir die Sorgen der Senioren und die Kümmernisse der Kinder. Außer der englischen Kuh sind auch allerlei andere Tiere mit von der Partie, Satire zum Beispiel. Typen wie Du und Ich stehen ganz selbstverständlich neben dem knurrigen Honigmann und dem optimistischen Kampftrinker Jan Heinz Hipp oder gesellen sich umstandslos zu dem Waschmaschinenmann und dem Mädchen mit den blauen Haaren.

Fehlschlagende Bemühungen um die Verleihung eines Nobelpreises wecken unser Mitgefühl und der Versuch, eine beleidigte Leberwurst zu finden, scheint letztlich nicht ganz aussichtslos. Auch Aufklärung und Lebensberatung, poetisch verpackt und parabolisch dargereicht, werden dem geneigten Leser zuteil. Vater Staat und Mutter Kirche erteilen eine Lektion in Toleranz und Patchwork, der Teefreund wird über Herkunft, Wirkungsweise und soziologische Bedeutung der verschiedenen Teesorten aufgeklärt und auch so brennenden Gegenwartsfragen wie "Gewaltlosigkeit ja oder nein?" und "Erziehung wozu?"wird nicht aus dem Weg gegangen. Wenn man dazu in Betracht zieht, dass auch dem zeitungslesenden Zeitgenossen freundliche Deutungshilfe für die Lektüre exemplarischer, sein Leben als Mitbürger betreffender Artikel geboten wird, darf mit Fug und Recht behauptet werden, dass in diesem Werklein dem Leser mehr an Schilderung lebendigen Geschehens, an nutzbringendem Informationsangebot und praktischer Lebenshilfe geboten wird, als er fiir den zu entrichtenden Kaufpreis erwarten zu können glauben darf.

Klappentext

Wie bitte? Die englische Königin hat zuhause eine Kuh? Na, wer's glaubt! Oder hat sie etwa doch eine? Alfons klein gelingt es nach "ebbes is immer" aufs Neue, seine Leser mit seinen Satiren und seinem Sprachwitz zu überraschen. Typen wie Du und ich stehen in seinen Kurzgeschichten staunend vor einem knurrigen Honigmann an der Haustüt oder neben einem Mädchen mit blauen Haaren. Wir hören von dem Versuch, eine beleidigte Leberwurst zu finden, erfahren endlich mehr über Herkunft, wirkungsweise und Zubereitung verschiedener Teesorten.
Egal ob Wahrheit oder erfunden Tatsache - der Leser erwartet deutlich mehr praktische Lebenshilfe und weitgespanntes Informationsangebot, als er für den zu entrichtenden Kaufpreis dieses Buches erwarten können zu glauben darf.

Leseprobe: "Das Mädchen mit den blauen Haaren"

Vor dem großen Spiegel in der Damentoilette steht ein Mädchen mit wundervollen blauen Haaren. Sie ist dabei, mit einen Stift ihre schwarzen Augenringe nachzuziehen.
Die Tür geht auf und ein alter Mann tritt herein. Er macht ein paar zögerliche Schritte, dann bleibt er wie angewurzelt stehen und schaut staunend in den Spiegel und auf das Mädchen mit den blauen Haaren.
Ohne sich bei ihrer Malerei stören zu lassen, spricht das Mädchen in den Spiegel:
„Verpiss dich, Opa!“
Der alte Mann erschrickt und dreht sich um und schlurft hinaus. 
Er betritt die nebenan gelegene Herrentoilette. Er stellt sich vor eines der an der Wand angebrachten Keramikbecken und verpisst sich. Aber gründlich! 

Leseprobe: "Tees und ihre Zubereitung"

Es gibt ja eine Menge Teesorten: schwarzen Tee, grünen Tee, Kräutertee, Pfefferminztee usw.
Man kann aus der Zubereitung, zumal des schwarzen und grünen Tees, eine regelrechte Zeremonie machen, man kann aber auch einfach einen Teebeutel ins heiße Wasser hängen. Und dann lässt man den Tee ziehen und zieht den Beutel wieder raus. Fertig!
Andere Teesorten sind, zumal sie beutellos im Handel sind, nicht so leicht zuzubereiten und ihre Bekömmlichkeit ist umstritten.
Da ist zunächst einmal der Libertee. Obwohl alle ihn aus vollem Halse loben und er anscheinend beliebt ist wie sonstwas, können viele, wenn er ihnen serviert wird, nicht viel damit anfangen. Seine Qualität hängt von den Böden ab, auf denen er wächst, ferner davon, wann und wie er geerntet wird, schließlich trägt auch die Zubereitung entscheidend zum Genuss bei, ja, sogar die Art und Weise, wie er serviert wird, ist für die Bekömmlichkeit des Tees von Bedeutung. Sehr oft ist er in der ganz reinen Form- also ohne Zusatzstoffe-  nicht nach jedermanns Geschmack. 
Der Drogencharakter dieses Tees ist durchaus dazu angetan, ein Suchtverhalten zu fördern, das, wenn größere Teile der Bevölkerung betroffen sind, leicht ernsthafte gesellschaftliche Probleme heraufbeschwört. Gerade Jugendliche neigen zu einem unkontrollierten Schlürfen dieses Tees und haben dann Schwierigkeiten mit einer sachlichen Einschätzung der Realität, die bis zum totalen Verlust des Urteilsvermögens führen kann.
Daher hat der Staat es sich auch angelegen sein lassen, diesen Tee mit bestimmten Zusätzen zu versehen, die seinen aufputschenden und narkotischen Charakter lindern. Man hat ihm früher hauptsächlich „Orare“ zugesetzt (entfernt verwandt mit „Curare“, das die südamerikanischen Indios als Pfeilgift verwendeten), einen Stoff, der in Klöstern hergestellt wurde und ähnlich wie  Klosterfrau – Melissengeist ein ruhiges, händefaltendes Verhalten zur Folge hatte, das die destruktiven Wirkungen des Tees so ziemlich ausschaltete. Heute wird dieser Zusatzstoff im Allgemeinen durch „Laborare“ ersetzt, das in entsprechender Dosis die positiven Wirkungen des „Orare“ noch übertrifft. Durch eine kräftigen Schuss „Laborare“ kann eine Fixierung auf gesellschaftlich wünschenswertes Verhalten gefördert werden. Außerdem haben Staat und Gesellschaft vorsorglich Arbeits- und Lebensverhältnisse etabliert, die die Verwendung und Zubereitung des Libertees einigermaßen einschränken. Sowohl während der morgendlichen als auch während der nachmittäglichen Arbeitsstunden ist  in den meisten Betrieben der Genuss von Libertee untersagt.
Die Gewerkschaften haben den untersagten Libertee zähneknirschend heruntergeschluckt, versuchen aber immer wieder längere Arbeitspausen oder kürzere Arbeitszeiten durchzusetzen, um den Arbeitnehmern einen größeren Schluck aus der Liberteepulle zu ermöglichen. Im Großen und Ganzen aber kann gesagt werden, dass die Menschen sich am Feierabend und an den Wochenenden den freien Zugriff auf Libertee gesichert haben und ihn frohen Herzens genießen. 
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