Leseprobe: "Tees und ihre Zubereitung"

Es gibt ja eine Menge Teesorten: schwarzen Tee, grünen Tee, Kräutertee, Pfefferminztee usw.
Man kann aus der Zubereitung, zumal des schwarzen und grünen Tees, eine regelrechte Zeremonie machen, man kann aber auch einfach einen Teebeutel ins heiße Wasser hängen. Und dann lässt man den Tee ziehen und zieht den Beutel wieder raus. Fertig!
Andere Teesorten sind, zumal sie beutellos im Handel sind, nicht so leicht zuzubereiten und ihre Bekömmlichkeit ist umstritten.
Da ist zunächst einmal der Libertee. Obwohl alle ihn aus vollem Halse loben und er anscheinend beliebt ist wie sonstwas, können viele, wenn er ihnen serviert wird, nicht viel damit anfangen. Seine Qualität hängt von den Böden ab, auf denen er wächst, ferner davon, wann und wie er geerntet wird, schließlich trägt auch die Zubereitung entscheidend zum Genuss bei, ja, sogar die Art und Weise, wie er serviert wird, ist für die Bekömmlichkeit des Tees von Bedeutung. Sehr oft ist er in der ganz reinen Form- also ohne Zusatzstoffe-  nicht nach jedermanns Geschmack. 
Der Drogencharakter dieses Tees ist durchaus dazu angetan, ein Suchtverhalten zu fördern, das, wenn größere Teile der Bevölkerung betroffen sind, leicht ernsthafte gesellschaftliche Probleme heraufbeschwört. Gerade Jugendliche neigen zu einem unkontrollierten Schlürfen dieses Tees und haben dann Schwierigkeiten mit einer sachlichen Einschätzung der Realität, die bis zum totalen Verlust des Urteilsvermögens führen kann.
Daher hat der Staat es sich auch angelegen sein lassen, diesen Tee mit bestimmten Zusätzen zu versehen, die seinen aufputschenden und narkotischen Charakter lindern. Man hat ihm früher hauptsächlich „Orare“ zugesetzt (entfernt verwandt mit „Curare“, das die südamerikanischen Indios als Pfeilgift verwendeten), einen Stoff, der in Klöstern hergestellt wurde und ähnlich wie  Klosterfrau – Melissengeist ein ruhiges, händefaltendes Verhalten zur Folge hatte, das die destruktiven Wirkungen des Tees so ziemlich ausschaltete. Heute wird dieser Zusatzstoff im Allgemeinen durch „Laborare“ ersetzt, das in entsprechender Dosis die positiven Wirkungen des „Orare“ noch übertrifft. Durch eine kräftigen Schuss „Laborare“ kann eine Fixierung auf gesellschaftlich wünschenswertes Verhalten gefördert werden. Außerdem haben Staat und Gesellschaft vorsorglich Arbeits- und Lebensverhältnisse etabliert, die die Verwendung und Zubereitung des Libertees einigermaßen einschränken. Sowohl während der morgendlichen als auch während der nachmittäglichen Arbeitsstunden ist  in den meisten Betrieben der Genuss von Libertee untersagt.
Die Gewerkschaften haben den untersagten Libertee zähneknirschend heruntergeschluckt, versuchen aber immer wieder längere Arbeitspausen oder kürzere Arbeitszeiten durchzusetzen, um den Arbeitnehmern einen größeren Schluck aus der Liberteepulle zu ermöglichen. Im Großen und Ganzen aber kann gesagt werden, dass die Menschen sich am Feierabend und an den Wochenenden den freien Zugriff auf Libertee gesichert haben und ihn frohen Herzens genießen. 
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