Skip to main content

Es is jo nur, dass ma devon schwätzt

Es is jo nur, dass ma devon schwätzt

Menschliche Befindlichkeiten und der Umgang mit ihnen in Prosa, Vers und Geduld

Saarbrücken, Geistkirch-Verlag, 2015, ISBN 978-3-946036-42-5, Preis: 14,80 €

Dieses Büchlein ist eine Sammlung von Geschichten und Gedichten, die dem Leben in einer Randregion unseres allseits beliebten Vaterlandes abgelauscht und abgeguckt sind. Der Autor hat Augen und Ohren zu diesem Behufe offen gehalten, was ihm aufgrund altersmäßig verminderter Seh und Hörkraft nicht immer leicht gefallen ist. Der Titel ist die regionale Fassung der Einsicht, dass der Mensch die Wirklichkeit im Allgemeinen sich nicht selber überlässt, sondern sie in Worte zu fassen sucht. Nur gelegentlich bleiben ihm Spucke und Sprache weg und er gesteht: Do haschd de kä Worte! Welchen Einfluss Worte auf das reale Geschehen ausüben, ist ungewiss, aber auch egal, denn auch wenn man nichts am Lauf der Dinge ändern kann, reden kann man drüber. Die Darstellung des Geschehens und die Gespräche darüber erfolgen hier entweder in hochdeutscher oder in mundartlicher Fassung. Wo das Mundartliche zu weit vom Hochdeutschen abweicht, hilft ein Glossar dem interessierten Leser auf die Sprünge. Der Inhalt des Buches erstreckt sich über Zeiten und Zonen und reicht von den Tücken des gegenwärtigen Alltags bis zu den fiühen Tagen der Menschheit. Lebensweisheiten und Wetterberichte, Kindermund und "Leutsgespräch" bereichern und belustigen uns. Alte Kameraden wie der Hannes und der Pit bieten ihre Sicht auf die Dinge des alltäglichen Lebens und auf das Geschehen in der Welt der Upperclass. Sesshaftigkeit und Wanderlust werden am Verhalten der Ameisen illustriert. Biblische Szenen fördern unsere Nachdenklichkeit, die Zustände im alten Rom regen politische Betrachtungen an, und der Zeitgeist macht uns klar, wie angesagt fit for funist und dass sich Gendermainstreaming letztendlich doch durchsetzen wird. Kurzum ein bunter Bilderbogen, der natürlich erst in der disponierten Phantasie der geneigten Leserin und des gebeugten Lesers seinen ganzen Reiz entfalten kann.